Ich kam, sah und verteilte – Flyer auf der Gamescom

Meine Tätigkeit als Affiliate-Advertiser nehme ich ja sehr ernst auch wenn dabei bisher leider nur Peanuts bei herauskommen und ich wohl eher ein ‚subtiler Marktschreier‘ in Sachen Marketing bin. Das macht es nicht einfach – aber diesmal bin ich über meinen Schatten gesprungen – auf der gamescom 2016!

Vor einiger Zeit hatte ich meiner Usenext-Landingpage einen kompletten Relaunch verpasst, nachdem sie gehackt worden war. Leider war sie dafür einige Wochen vom Netz und damit auch der Traffic flöten.

Da die Gamescom bevorstand,  ich selber da regelmäßig als Nerd unterwegs bin und die Besucher ziemlich genau meiner Zielgruppe entsprechen, musste ich handeln. Ich habe also Aufkleber und einen doppelseitigen Flyer designt und den online drucken lassen. Beides nacheinander bestellt, kamen die Aufkleber gerade noch rechtzeitig einen Tag vor der Messe an.

An dem Samstag hatte ich morgens noch eine Analytics-Vorlesung und war schon den ganzen Vormittag reichlich nervös. Ich spreche nicht gerne Leute (zu Werbezwecken) an, schon gar nicht persönlich und in einer riesigen Menge! Bin zwar nicht schüchtern aber introvertiert und werde aufgrund meiner Größe gerne mal übersehen…

Egal. Augen zu und Flyer in die Hand drücken! so die Devise. So bin ich dann zuerst mit meinen Aufklebern durch die Hallen der KölnMesse getigert, habe mich durch tausende von Menschen gekämpft und Ausschau nach einem geeigneten Platz gehalten. Die Sticker und Flyer waren mit DIN A7 natürlich recht ‚handlich‘ – die Frage ob man von aus der Entfernung überhaupt darauf aufmerksam wird. Ich kenne glaube ich niemand, der so heiß darauf ist, einen QR-Code zu scannen. Also bin ich zu Plan B über gegangen und habe die Sticker dort platziert, wo Leute einen Moment verweilen und ihre Ruhe haben – auf der Toilette. Die Kabinentür von Innen schien mir der richtige Ort. Damals in der Uni habe ich auch immer interessiert die Klowände gelesen. 😀

Leider limitierte das meinen Wirkungsbereich natürlich auf die weiblichen Besucher (nächstes Mal nehme ich mir männliche Unterstützung mit). >D

Das Reinigungsperson sah mir auch nicht motiviert genau aus, an den Wänden Kahlschlag zu machen… also ob das Ganze eine gute Idee war, wird die Tage Analytics zeigen.

Deutlich schwieriger wurde es allerdings mit den Flyern. Ein paar habe ich einfach auf den hiesigen Tischen ausgelegt, aber von Hand zu Hand ist effektiver, das war mir klar. Ich also durch die 27292123 Menschen geeiert, mit meinem kleinen Stapel Flyern in der Hand und auf der Suche nach ‚dem richtigen‘ Platz, der nicht so überwältigend ist. Diesen gibt es in den Hallen nicht wirklich. Überall strömt es und bewegt sich per pedes fort. Nach einer gefühlten halben Stunde habe ich mich innerlich gekickt: „Streck die Hand aus und fang einfach an, dann wird es leichter.“

So habe ich dann mit rotem Kopf den ersten Jungs (wortlos) meine Zettel hingehalten – und die haben sie im Vorbeigehen auch genommen!

Aha? Cool, es funktioniert!

Ich hätte bei jedem Kontakt eigentlich etwas sagen sollen wie: „Lädst du gerne Games und Musik…?“ letztlich wurde es nur ein „Hi!“, „Hallo!“ oder „Für dich“ – worauf sich welche tatsächlich bedankt haben. Die meisten aber, und das kennt man von sich selbst, freuen sich über Werbung nicht. Es nervt und man weiß nicht, was man (jetzt schon wieder) bekommt. Trotzdem scheint der Mensch einen instinktiven Greifreflex zu haben. Und ich habe mir die Leute dort geschnappt, wo sie nicht ausweichen konnten: am Ende der Rolltreppe!

Hoho.

Ein paar lustige Encounter gab es dabei auch: Die zwei jungen Australier, die kein Deutsch verstanden, aber beleidigt waren, als ich ihnen die Flyer wieder abnehmen wollte – der Kerl, der Flyer gegen Auskunft tauschen wollte: „Wo geht es hier denn bitte zu Halle 4?“ oder die Gruppe von Checkern die, als ich nur noch einige weniger Zettel hatte, zu mir meinten: „Gib uns einfach alle, dann bist du fertig und kommst mit uns!“ Mhm. Jaja, ich verteile die nur, ist gar nicht mein Business. 🙂

Am Ende waren 200 Flyer ruckzuck weg und ich hätte den ganzen Tag weiter verteilen können – auch wenn ich echt froh war, fertig zu sein.  Und stolz.

2 comments to “Ich kam, sah und verteilte – Flyer auf der Gamescom”

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  1. Haha lustig 🙂 wir hatten auch mal erfragt, auf der Gamescom eine Marketing-Aktion zu unserem Verein zu schalten und bekamen von den Veranstaltern nur sehr verhaltene Antworten. (Wir sind ein COD-Community) Da wir aber einige Leute auf der Gamescom kannten konnten wir dann über die schließlich etwas für unser Projekt werben. Hat auch auch gelohnt 🙂 auf jeden Respekt, das so alleine durchziehen!
    gruß

  2. Naja man bekommt auf der Gamecom schon genug Merchandise und Werbung in die Hand gedrückt. wobei die meisten die eh nach ien paar Metern wegschmeissen. aber wenn es einen nicht interssiert – ist ja keiner gezwungen son flyer anzunehmen xD

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