Tipps für Studenten Zuschuss vom Amt

Als Student gehört man eigentlich so gut wie immer zu der Spezies Mensch, die wenig Kohle hat.  Viele wollen oder müssen neben dem Studium noch Jobben, was aber, wenn das nicht geht? Manchen passt es zeitlich einfach nicht, der Stundenplan ist voll oder man denkt sich, anstatt irgendwo zu Kellnern wäre ein themennahes Praktikum viel hilfreicher – das jedoch meist ja leider nicht vergütet ist.

Klar, ein Mittel sich während der Studienzeit zu finanzieren, ist BAföG. 670 Euro ist der Höchstsatz für einen alleinlebenden Studenten, dessen Eltern kein Einkommen haben (oder dieses nicht angerechnet werden kann, da zu niedrig). 670 Euro sind nicht die Welt. 670 Euro sind sogar verdammt wenig, wenn man bedenkt, das ca. 300 Euro schon für die (Kalt)Miete abzuziehen sind. Da bleibt nicht mehr viel… aber wenn man mal logisch nachdenkt, macht es eigentlich keinen Sinn, dass ein Student im Schnitt weniger Geld zum Leben hat, als ein Arbeitsloser.

Viele wissen dabei gar nicht, dass auch Studies einen Zuschuss bei der Arge beantragten können. Ich rede hier ausdrücklich nicht von Arbeitslosengeld oder ALGII (dieses steht jemandem im Studium  nicht zu). Was jedoch möglich ist, ist ein

Zuschuss zu den ungedeckten Kosten für Unterkunft und Heizung nach § 22 Abs. 7 SGB II.

Wie der Name es schon vermuten lässt, sollen damit die Kosten für Wohnung und Heizung abgedeckt werden – vorausgesetzt natürlich, diese bewegen sich in einem angemessenen Rahmen.

Zur Beantragung des Zuschusses könnt ihr entweder ein formloses Anschreiben aufsetzen, oder die normalen Antragsformulare  (mit denen auch ALGII beantragt wird) ausfüllen. Tragt dabei auf jeden Fall euren genauen BAföG-Satz ein und macht am besten noch einen Vermerk, dass ihr nur einen Zuschuss (siehe oben) beantragen wollt, mit der genauen Bezeichnung und Paragrafennummer.  Beamte sind schwer zu beeindrucken und haben ein antrainiertes ‘Abwehrverhalten’ gegenüber Kunden, welches zwar rechtens ist aber nicht immer fair. Hilfreich ist es auf jeden Fall, genau darauf hinzuweisen, worauf man sich bezieht und zeigt dass man weiß, das eine solche Regelung existiert. Auf jeden Fall Kopie von Studienbescheinigung, BAföG und sonstigen Einkommen beilegen.

Wie viel gibt’s? Das lässt sich pauschal schwer sagen, da der Betrag stark vom BAföG-Satz, zusätzlichem Einkommen und der Höhe der Miet- und Heizkosten abhängt. Um die 300 Euro können es aber durchaus sein, ein Versuch lohnt sich also.

Und noch einmal: Ich treibe hier niemanden dazu an, sich als Schnorrer zu betätigen oder vielleicht sogar das Rechtesystem zu umgehen. Diese Klausel existiert in dieser Form im Gesetzbuch und es ist nur fair, auch Studenten darauf zu verweisen. Ein Vollzeitstudium nennt sich nicht umsonst Vollzeitstudium und fordert im Schnitt genauso viel Aufwand, wie ein Job. Meiner Meinung nach haben Studenten daher mitunter ein größeres Recht, staatlich finanziell gefördert zu werden als manch andere Genossen.  (No offence, ich denke man weiß, was ich meine 😉

Habt ihr den Antrag einmal bewilligt bekommen, müsst ihr daran denken,  regelmäßig halbjährig eine Weiterbewilligung zu beantragen. Das ist dann aber nur der obligatorische Bogen, auf dem Änderungen vermerkt werden müssen, ansonsten reicht ein Kreuzchen bei ‘Nein’.

Ich hoffe das hilft jemandem. Sein Studium aus Geldnot abbrechen, sollte jedenfalls niemand.

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