Webkataloge

Zu allererst – Was ist ein Webkatalog?

Ein Webkatalog, auch Webverzeichnis oder Online-Themenkatalog genannt, ist genau das, was der Name eigentlich schon verrät: ein Verzeichnis, in dem Webadressen, also Links mit dazugehörigem Seiteninhalt archiviert und in einer Rangfolge aufgelistet werden. Dieser Katalog ist, wie sein Pendant aus Papier, in verschiedene Themenbereiche gegliedert, was ein gezieltes Suchen nach einem bestimmten Begriff erleichtert. Dazu ein Beispiel: Besuche ich einen Webkatalog, weil ich nach qualifizierten Webseiten über Fußball suche, kann ich dort auf den Themenbereich ‘Sport’ gehen. Dort werde ich mit ziemlicher Sicherheit neben Themen über Tennis und Segelfliegen den Eintrag ‘Fußball’ finden. Klicke ich diesen an, bekomme ich eine Auflistung von Webseiten über Fußball geboten und kann mich dort umschauen, ohne vorher herausfinden zu müssen, ob diese Seite tatsächlich das Hauptthema Fußball behandelt.

Es ist übrigens nachgewiesen, dass der erstplatzierte Eintrag in einer solchen Auflistung am häufigsten angeklickt wird. Danach der zweite und so weiter. Das hat, einerseits, etwas mit Bequemlichkeit der User zu tun, andererseits aber mehr damit, dass die erstplatzierten Seiten vom Besucher als qualitativer und themenbezogener eingestuft werden. Schließlich wurden sie von der Redaktion an erste Stelle gestellt.  Aber warum denn überhaupt? Dazu muss man unterscheiden zwischen kommerziellen und hauptsächlich nichtkommerziellen Webverzeichnissen. Im Klartext heißt das: Bei den nichtkommerziellen Katalogen kann man davon ausgehen, dass die Relevanz die eine Webseite zum Thema hat, entscheidend ist, für das Ranking im Webkatalog. Bei einem kommerziellen Katalog kann man sich so zu sagen ‚einkaufen’ und sich so eine höhere Platzierung sichern. Natürlich leidet bei einem solchen Verfahren die Objektivität, die praktisch vonseiten der Redaktion dann nicht mehr gegeben ist. Darum werden diese Arten von Webkatalogen auch von Google nachteilig behandelt, doch dazu später mehr. Den Nachteil hat, im Endeffekt, der Besucher, der sich nur darauf verlassen kann, mit dem ersten Link auch gleichzeitig den besten zu erwischen, oder er nimmt sich die Zeit, alle übrigen Webseiten auch durchzusehen, sollte die erste nicht das Gelbe vom Ei gewesen sein.

Die meisten Webkataloge werden manuell gepflegt. Das heißt, ein Mensch sieht die eingetragenen Seiten, die angemeldet werden, einzeln durch, prüft sie und katalogisiert sie anschließend, was eine hohe Ausgabequalität zur Folge hat. Tote Links gibt es dabei nicht oder nur selten.

Natürlich hat dieser manuelle Pflegevorgang einen Nachteil, nämlich dass er sehr zeitaufwendig ist und darum beschränken sich die meisten dieser Webkataloge auch auf ein kleines, überschaubares Themenverzeichnis.

Übrigens werden nicht nur ganze Webseiten oder Newsgroups in den Webkatalog aufgenommen, sondern auch einzelne Dokumente und Datenbankeinträge – eben alles, was den Besucher zu einem Gebiet interessieren könnte.

Dabei bieten Webkataloge ihren Besuchern selbstverständlich nicht nur die blanken Links an, sondern darüber hinaus immer auch eine kurze Beschreibung zu dem jeweiligen Inhalt sowie Querverweise zu verwandten Themen. Ein zusätzlicher Service, der angeboten wird, ist die seitenintegrierte Suchmaschine, die meist sehr genau auf ein gewisses Themengebiet eingrenzbar ist – eine Methode die schnell und zielsicher zu den gewünschten Ergebnissen führt.

Es muss allerdings gesagt werden, dass Webverzeichnisse nicht so umfangreich sind, wie die automatisch erstellten Verzeichnisse von Suchmaschinen. Hier gilt: Qualität vor Quantität.

Pauschal lässt sich sagen, dass Webkataloge, da sie manuell geführt werden, im Schnitt immer (nur) genauso gut, wie ihre Redaktionen sind.

Webkataloge als Instrument der Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinenoptimieren – das heißt den Content einer Webseite so ausrichten, dass sie dank dieses Textes einen hohen Rang in den hiesigen Suchmaschinen wie Google oder Yahoo erreicht. Dafür muss unter anderem ein Begriff so und soviel Mal wiederholt werden, damit die Suchmaschine diesen als prägnanten Begriff für die jeweilige Webseite speichert. Gibt dann ein User diesen Begriff in die Suchmaschine ein, wird besagte Webseite dank hoher Relevanz sehr weit vorne angezeigt.

Suchmaschine und (guter) Webkatalog arbeiten Hand in Hand. Ist der Webkatalog vertrauensvoll, hat sinnige interne Verlinkungen und versucht nicht, durch Begriffspamming das Ergebnis der Suchmaschine zu manipulieren, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Suchmaschine gelistete Webseiten aus dem Katalog ebenfalls bei sich an vorderste Stelle stellt, sehr hoch. Doch wie bekommt eine Webseite nun eine gute Bewertung bei einer Suchmaschine? Das geschieht zum einen durch Verlinkungen von außerhalb, also auch von den Webkatalogen aus. Denn: Jeder externe Link, der von einer fremden Webseite auf die Ihre verweist, erhöht Ihre Relevanz bei den Suchmaschineneinträgen. Es ist jedoch nicht sinnvoll, sich innerhalb weniger Tage mit seiner Webseite in zahllose Webkataloge einzutragen, um möglichst viele Verlinkungen zu sammeln. Wird die Suchmaschine nämlich auf diese Masse an in kurzer Zeit entstandener Verlinkungen aufmerksam, entsteht der Verdacht auf Manipulation. Mit dem Ergebnis, dass Ihre Webseite in ihrer Priorität herabgesetzt wird. Also das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen möchte.

Dennoch lohnt es sich, nach Webkatalogen Ausschau zu halten, die nicht nur die Mainpage einer Webseite verlinkt, sondern auch die sogenannten Subpages, also Unterseiten, auf denen der gesuchte Begriff ebenfalls häufig genannt wird.

Bewertung von Webkatalogen durch Google

Nun klingt das Zusammenspiel von Webkatalog und Suchmaschine ja eigentlich sehr positiv, allerdings gibt ein deutliches Problem bei der Korrespondenz zwischen Webkatalog und der Suchmaschine Google. Google arbeitet mit dem sogenannten Pagerank, einem Bewertungssystem für Webseiten. Ist eine Webseite vertrauensvoll und hat viele Verlinkungen von außerhalb, gelten diese Verlinkungen als Empfehlungen. Und eine viel empfohlene Webseite muss gut sein. Bei zwei gleich suchmaschinenoptimierten Seiten wird die Webseite, mit dem höheren Pagerank zuerst gelistet. Bisher relativ simpel. Nun ist es aber so, dass Google Webkataloge in ihrem Pagerank herabsetzen kann, wenn diese Linkverkauf betreiben. Google spricht sich vehement gegen ein manipuliertes Ranking, dank gekaufter Verlinkungen, aus. Das kann bei Webkatalogen ein Problem sein, da sie ihren Pagerank mitunter vererben, das heißt, hat das Webverzeichnis einen guten Pagerank, erhalten die Webseiten, die dort gelistet sind, ebenfalls einen höheren Pagerank. Verkauft der Webkatalog seine Verlinkung an Seiten, die eigentlich keine gute Relevanz haben, wird Google dies früher oder später merken und Webkatalog sowie die betreffende Seite abstrafen – das bedeutet eine Herabsetzung des Pageranks. Darum sollte man in erster Linie nach nichtkommerziellen, seriösen Webkatalogen suchen, die ohne Linkverkauf arbeiten.

 

Der neue Webkatalog ist ein Themenkatalog

Das Verzeichnis des neuen Webkatalogs ist nicht länger ein (organisiertes), zusammengewürfeltes Sammelsurium von Weblinks aller Art. Viel mehr erfolgt nun eine Spezialisierung auf einen gewissen Themenbereich. Man könnte also sagen, ein Themenkatalog ist ein spezialisierter Webkatalog. Die Unterthemen innerhalb eines Bereiches werden hierarchisch dargestellt, wie in einer Baumstruktur. So kann man sich von einem Ergebnis zum nächsten hangeln.

Die Vorteile dieser Spezialisierung liegen auf der Hand: Bestimmte Inhalte, die gesucht werden, sind schneller greifbar. Man spart Zeit und muss sich nicht durch einen Irrgarten von Verzeichniseinträgen klicken. Man könnte auch den Vergleich anstellen: Online-Großmarkt gegen gut organisierten Online-Fachhandel.

 [Anm. dieser Text wurde für einen Kunden vor ca sieben Jahren verfasst und da ständig an Google und Co. geschraubt wird besteht kein Anspruch auf Aktualität- tatsächlich haben Webkataloge im Gegensatz zu früher ziemlich an Wert verloren]

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